Jubiläumsfeier mit vielen Workshops im Bildungszentrum Rossäcker

Freitag, 24. März 2017, die Weibertreuhalle im Bildungszentrum platzt aus allen Nähten. 1300 Schüler des Justinus Kerner Gymnasiums und der Weibertreuschule, ihre Lehrkräfte und geladene Gäste feiern ein großes Jubiläum: 10 Jahre "Schule ohne Rassismus − Schule mit Courage"

Unter den Ehrengästen der Schülersprecher von 2007, Stephan Kühnle, der mit den damaligen Mitgliedern der SMV Frederic Schulz, Lucas Bendel, Andreas Gold, Mia Koch und Judith Seidel den Beitritt zum Bundesnetzwerk initiierte. Sie wollten gemeinsam mit ihren Mitschülern Stellung gegen die rechtsextreme NPD beziehen, die unerlaubt auf dem Schulgebäude Flyer zu verteilten versuchte und die eine Kundgebung auf dem Weinsberger Marktplatz plante.

In seiner Begrüßungsrede zum Jubiläum erinnerte Stephan Kühnle daran, dass die Mitgliedschaft im Netzwerk kein Zertifikat darstelle, sondern ständige Selbstverpflichtung sei, sich innerhalb der Schulgemeinschaft tagtäglich für Toleranz und gegen Diskriminierung einzusetzen.

Bürgermeister Stefan Thoma hob den Wert des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus − Schule mit Courage" hervor, dadurch verhindere man eine Polarisierung innerhalb der Schülerschaft und dass sich Rassismus in den Köpfen der jungen Menschen festsetze. Er lobte das Engagement der Schulen.

Schülersprecher Kevin Denz (Weibertreuschule) möchte Vorbild sein gegen Ausgrenzung und ist deshalb bereits seit Jahren in der schulartübergreifenden ToRe-Gruppe aktiv, die für Toleranz und Respekt steht.

Für Gänsehautstimmung sorgte ein Lied in Anlehnung an Mark Forsters Song „Das ist groß“, das in Wort fasste, um was es an diesem Tag ging: Toleranz, Respekt, ein Miteinander statt eines Gegeneinanders.

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung hatten die Schüler Gelegenheit, sich in über 51 Workshops, die von Schülern, Lehrkräften und der Schulsozialarbeit organisiert und betreut wurden, mit den Themen Solidarität, Toleranz, Offenheit, Liberalität, Gemeinschaft und Multikulti auf unterschiedlichste Arten und Weisen auseinanderzusetzen. Das Angebot reichte – um nur einige Beispiele zu nennen – von einem Kooperations-Parcours über einen Rap-Workshop bis zu Trommel – und Tanzworkshops. Die Theatergruppe Kultureller Zwischenraum mit dem Stück „Vom Fliehen und Ankommen“ (gesponsert von den Kiwanis Weinsberger Tal), die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung „Demokratie stärken − Rechtsextremismus bekämpfen" und ein Lesemarathon rundeten das Programm ab.

Gut angenommen wurde auch der internationale Food-Court, wo zu fairen Preisen Gerichte aus den unterschiedlichen Herkunftsländern der Weinsberger Schüler angeboten wurden: Völkerverständigung geht auch durch den Magen.

Insgesamt kann für das Jubiläumsfest eine positive Bilanz gezogen werden: Die Schülerschaft im Bildungszentrum hat sich bewusst gemacht, dass ein friedliches Miteinander keine Selbstverständlichkeit ist, sondern auch im Alltag erarbeitet und gelebt werden muss. Dieser besondere Tag der Gemeinschaft gab hierzu wertvolle Denkanstöße und Impulse. Damit sich diese nachhaltig im Schulalltag verfestigen, dafür wird auch die Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit“ der Projektgruppe Sorge tragen.

Die Schulleitungen des JKG und der Weibertreuschule danken der schulartübergreifenden Projektgruppe aus Schülern, Lehrkräften und den drei Schulsozialarbeiterinnen, Lena Freyer, Gaby Heiß und Brigitte Moll, für ihr Engagement und dieses besondere Gemeinschaftserlebnis.